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Misteln, tolerabel oder nicht?

Die Mistel (Viscum album ssp. album) ist ein in mehrerlei Hinsicht unterschätztes Gewächs. In diesem Artikel soll es kurz um Auswirkungen auf die Trägerpflanzen, also unsere Bäume gehen. Ein breites Sortiment von vorrangig Laubhölzern wie Linde, Birke, Pappel, Robinie, Ahorn und den Obstgehölzen zählen zu ihrem Wirtsspektrum. Ganz abhängig von der Region werden mittlerweile Baumbestände Landstrichweise überzogen. Längst vorbei sind die Zeiten, in denen sie selbst geschützt werden mußte.

Über Vögel, die Mistelbeeren im Winter als willkommene Speise auf der Karte stehen haben, gelangt der Samen auf Äste und Zweige der Bäume. Dort bleiben sie haften und dringen mit Hilfe von Senkwurzeln durch die Rinde hindurch bis in die Leitbahnen des Gehölzes vor. Hier angelangt, greift sie direkt Wasser und Nährstoffe ab! Als sog. Halbschmarotzer kann die Mistel mit ihren grünen Teilen zwar Photosynthese betreiben, nimmt sich jedoch andererseits o. g. Bestandteile aus dem Kreislaufes ihres Wirts.

Und hier beginnt dass Problem. Denn je nach Beschaffenheit & Vitalität des Trägers entsteht für diesen eine zusätzliche Belastung zu Trockenstress und möglichem Befall durch Schadinsekten und Krankheiten. Infolgedessen kommt es zu einer schnelleren Vergreisung bzw. zum einem möglichen Absterben der ganzen Pflanze.

Als wärmeliebendes Gewächs tritt sie meist zuerst im oberen Drittel der Baumkronen auf und breitet sich darin weiter aus. Jüngere Bäume sind durch ihre Wuchsleistung oft wehrhafter als Altbäume, die durch o. g. Faktoren schon geschwächt sind.

Wird ihr Baum von Mistel besiedelt? Dann ist es Zeit zu handeln! Gemeinsam erörtern wir vor Ort je nach Befallsdichte und -intensität einen Plan zum Schutz ihres wertvollen Baumbestandes. Kommen Sie gern auf mich zu!

14.06.2020